Arnika: ein bewährtes Hausmittel, das mit Erfolg homöopathisch angewendet wird
Unser heutiges botanisches Wissen beruht auf den vielen älteren und neueren Kräuterbüchern. Bereits 300 vor Chr. wurden von Theophrastus, einem Schüler von Aristoteles, fünfhundert Pflanzenfamilien beschrieben in seiner „Naturgeschichte der Pflanzen“. Darin nimmt er Erfahrungen von Ärzten und Bauern seiner Zeit auf.
50 nach Chr. beschrieb Dioskorides sechshundert Arzneipflanzen in seiner „Materia medica“. Der kleinasiatische Arzt Galenus, Schüler des Hippokrates, vereinte im 2. Jh. nach Chr. das Wissen von Hippokrates, Aristoteles, Dioskorides und Theophrast .
Bis in das späte Mittelalter hinein bewahrten vor allem die Klöster die Überlieferungen der alten Ärzte in Kräuterbüchern. Bekannt ist noch heute die Äbtissin Hildegard von Bingen.
Paracelsus war Anfang des 16.Jahrhunderts ein Arzt des Mittelalters, der tiefer in das Wesen der Pflanzen eindrang. So beschäftigte er sich mit der Beziehung der Pflanze zum Menschen.
Die Heilpflanzen wurden auch in den folgenden Jahrhunderten durch Ärzte und andere Heilkundige weiter mit Erfolg erforscht und angewendet. Der schwedische Botaniker Linné hat die vielen Einzelbeobachtungen an Pflanzen zusammengefasst und die Pflanzen danach klassifiziert .
Es war der große Pflanzenkenner Samuel Hahnemann, der Gründer der Homöopathie, der tief in den Sinn und die Wirkungsweise der Pflanzen eindrang und dabei feststellte, dass gerade die schwächsten und verdünntesten Anwendungen der Pflanze bzw. ihrer Teile die größten Wirkungen in Krankheitsfällen erzielen.
Sehr bekannt sind die Pflanzenforschungen der Heilkundigen Sebastian Kneipp, Dr. med. G. Madaus, Willmar Schwabe.
Die Pflanzen haben unterschiedliche Wirkungen, je nachdem ob man sie phythotherapeutisch, also als reine Pflanze, oder homöopathisch, d.h. verdünnt und potenziert, anwendet.
Die Pflanze Arnika montana ist ein Beispiel, wo die Wirkung in ihrer phythotherapeutischen und homöopathischen Anwendung verschieden und sehr vielfältig ist.
Die Pflanze Arnika wächst bis auf 2800 m Höhe im gesamten Alpengebiet, blüht von Juni bis August und ist 30-60cm hoch.
Der Wurzelstock wird getrocknet und pulverisiert und mit 90%-igem Alkohol zu einer Tinktur angesetzt. Oft werden aber auch Wurzel und Grünpflanze zusammen verwendet.
Arnika wirkt durchblutungsfördernd und dadurch wird die Wundheilung gefördert.
Äußerlich verwendet man Arnika nach Verstauchungen und stumpfen Verletzungen in Form von Salben und Tinkturen in Umschlägen oder als Zusatz von Bädern.
Innerlich wird die Arnika nur homöopathisch angewendet. Dies aber auch nur, wenn sie in das Gesamtbild des jeweiligen erkrankten Menschen passt : man verordnet sie nach stumpfen Verletzungen, Zerrungen, Prellungen, Blutergüssen. Arnika stärkt das Herz, senkt den Blutdruck, wirkt der Sklerose, also der Verhärtung, entgegen.
Wie die meisten homöopathischen Arzneimittel hat Arnika auch eine Gemütsebene. Das Mittel wirkt besser und tiefer, z.B. nach einem Herzinfarkt oder bei hohem Blutdruck, bei dem folgenden Menschentyp: Der Patient ist hart mit sich selbst und anderen. Er ist ein „Arbeitstier“. Das Bett ist ihm zu hart. Er ist mürrisch, trotzig, unruhig, misstrauisch, hat einen Befehlston. Er ist überempfindlich gegen Berührung. Er hat Angst, dass der Tod bevorsteht. Er hat ein rotes hitziges Gesicht, während sein Körper eiskalt ist.
Am Beispiel der Pflanze Arnika erfahren wir einiges:
- Äußerlich wirkt sie z.B. nach stumpfen Verletzungen.
- Homöopathisch wirkt sie darüber hinaus auch bei Herzbeschwerden.
- Der Homöopath gibt das Mittel Arnika aber nicht jedem Menschen mit
Herzbeschwerden, sondern nur dem Patienten, der einem bestimmten
Menschentyp (s.o. Befehlston) entspricht.
- Der Homöopath verordnet ein Mittel speziell danach, welcher Art die
Verletzung ist. Bei einer stumpfen Verletzung (z.B. ein Zahn wurde
gezogen) ist Arnika angezeigt. Bei einer Zahnoperation mit scharfem Schnitt ist ein
anderes Mittel angezeigt.
- Ergebnis: jede Verletzung und jeder Menschentyp brauchen homöopathisch ein
anderes, nämlich spezielles Mittel. Je tiefer eine Erkrankung geht, z.B. weil
sie bereits chronisch ist, umso eher sollte sie der Gemütsebene des Menschen und
des Mittels entsprechen.
© 2006 Gabriele Schöttler Heilpraktikerin
Kokoh – eine Mehlmischung für Jung und Alt
Lima, eine belgische Naturkostfirma, liefert seit vielen Jahren auch in Deutschland das Produkt Kokoh aus. Es ist eine Mehlmischung, die Schachtel enthält 500 g und kostet etwa vier Euro in Naturkostläden.
Kokoh ist eine Mehlmischung aus vorgekochtem Getreide, aus Samen, Algen und Hülsenfrüchten Im einzelnen enthält es Vollkorn-Reis, Klebreis, Hafer, Weizen, Hirse, Gerste, Soja, Azuki-Bohnen, Sesam und Kombu-Algen.
Die Zubereitung ist einfach: Das hellbraune Pulver wird in einen Topf gegeben: Eine Tasse Kokoh und vier Tassen Wasser. Sie werden kurz aufgekocht und danach soll die Mischung noch sechs Minuten köcheln. Danach ist Kokoh essfertig. Beim Kochen sollte Kokoh oft umgerührt werden, da es leicht anbrennt. Der Geruch beim Kochen ist angenehm nach Sesam.
Nach dem Abkühlen kann Kokoh pur gegessen werden oder etwa mit Ahornsirup gesüßt werden. Der Geschmack des Kokoh ist mild, da nicht gewürzt oder gesalzen.
Geeignet ist Kokoh für Kinder, die schon Mischkost bekommen, ebenso für alte Menschen. Zusammen mit Haselnüssen oder Früchten kann es ein Ersatz für Müsli sein. Auf Grund seiner reichhaltigen Zusammensetzung fördert es das harmonische Gleichgewicht im Körper.
Die Ernährung mit Getreide wird empfohlen von der Makrobiotik (altgriechisch: groß, lang und das Leben betreffend, gesamtes Leben). Sie ist die Bezeichnung für eine spezielle Ernährungs- und Lebensweise. Sie wurde von dem Japaner Georges Oshawa (1893 bis 1966) begründet und von Michio Kushi in Amerika weiter entwickelt. Ihr religiös-philosophisches Fundament fußt im Zen-Buddhismus. Die dort dargestellten Gegensätze von Yin und Yang, passiv und aktiv, Nacht und Tag, weiblich und männlich werden auf Nahrungsmittel übertragen. Stufe für Stufe soll auf dem Weg in die makrobiotische Kost auf Fleisch und tierisches Eiweiß verzichtet werden, bis nur noch Getreide verzehrt wird. Für uns würde dies sicherlich zu einer Mangelerscheinung führen, dennoch sollten wir den Wert der Getreideernährung für uns nutzen. So bezeichnet sich die Firma Lima nicht mehr als ein makrobiotisches Unternehmen, erklärt aber, dass es seine Modernität aus den Prinzipien dieser Philosophie schöpft.
Einige Hinweise zur Makrobiotik:
- Sie fragt generell, ob es richtig ist, die Milch von Tieren zu einem Hauptnahrungsmittel zu machen. Sie sagt: Kein Tier in der freien Natur nimmt die Milch eines anderen Tieres zu sich. Milchprodukte seien für ihr allergenes Potential bekannt. Deshalb sei die makrobiotische Ernährung oftmals günstig bei Allergien, Neurodermitis, Rheuma und Verdauungsbeschwerden.
- Kleine Portionen Meeresalgen liefern konzentrierte Mengen von Mineralstoffen und Spurenelementen wie Calcium und Selen, die unter anderem das Entgiftungssystem des Körpers stärken.
- Statt Fleisch sollte Fisch als gelegentliche Abwechslung zur pflanzlichen Nahrung gewählt werden. Fisch liefert Eiweiß wie die Vitamine A und D sowie B 12 und ist leicht bekömmlich.
Ernährung ist auch eine Umweltfrage. Der Klimawandel und damit die Erderwärmung sind viel diskutiert, meist im Zusammenhang mit der Technik des Menschen, wie Energieerzeugung und Autoverkehr. Doch auch Tiere mit ihrem Methangas-Ausstoß sind mitverantwortlich. Eigentlich verantwortlich ist natürlich der Mensch, denn die Millionen Rinder in Argentinien leben nur dank des Menschen, der Steaks will und die Millionen Rinder in Europa leben nur dank des Menschen, der Milch und Milchprodukte will.
Ist Müller-Milch mitverantwortlich für die Erderwärmung?
© 2007 Gabriele Schöttler Heilpraktikerin
Leider wird Kokoh im Moment nicht von Lima hergestellt. Ich hoffe aber, daß es diese wunderbare Mischung bald wieder gibt. (Juli 2010)
Rhythmische Einreibungen
Ein spezielle Art von Massagen sind die Rhythmischen Einreibungen nach Ita Wegman und Margarethe Hauschka.
Warum Rhythmisch? Der Mensch fühlt sich wohl in seinem inneren Rhythmus im Alltag, in der Arbeit. Das Herz schlägt nach einem Rhythmus, es gibt den Atemrhythmus.
Jeder Mensch hat seinen eigenen Rhythmus, ohne den er aus dem Takt kommt, in Streß gerät, seinen inneren Mittelpunkt verliert, nicht mehr mitschwingt. Er hat seinen Halt verloren.
Es gibt Schlaf/Wachphasen, Tag- und Nacht-Rhythmus, Ebbe und Flut, die vier Jahreszeiten, Sonnenauf- und –untergang.
Lebt der Mensch mit diesem Rhythmus, ist er im inneren Einklang mit der Natur und dadurch mit sich selbst. Bewegung und Ruhe wechseln sich in natürlicher Weise ab.
Margarethe Hauschka schreibt, dass „ Heilung im Ausgleichen der beiden für sich allein krankmachend wirkenden Pole besteht“ ( aus ihrem Buch „Rhythmische Massage nach Dr. Ita Wegman“, Verlag Margarethe Hauschka-Schule 1972, Boll über Göppingen).
Ein kühler Kopf und ein warmer Bauch, zwei Pole, bilden ein gesundes Gleichgewicht. Bei zu viel Wärme entsteht Entzündung, zuviel Kälte führt zu Verhärtung und Starre. In diesem Sinne ist Rhythmus ein heilendes Prinzip.
Die Rhythmischen Einreibungen basieren auf leichten Griffen, also ohne Druck auf das Gewebe, und auf dem Wechsel von intensivem und leichtem Kontakt der Hände mit dem zu behandelndem Körper. Dieser Wechsel ist der eine Rhythmus. Den anderen Rhythmus sieht man in der Bewegung des Behandelnden, der sich dem behandelnden Körper hinwendet und sich zurückzieht. Dies bedeutet ein Eintauchen, ein Umkehren und ein Lösen.
Auf einen weiteren Rhythmus wies Rudolf Steiner hin. So sollen die Einreibungen in einem regelmäßigen Zeitabstand erfolgen, so dass der Körper sich hieran erinnert und auf die nächste Einreibung wartet. So wird bei einer Pentagramm-Einreibung an fünf aufeinander folgenden Tagen jeweils ein Körperteil eingerieben. In welcher Reihenfolge die Körperteile an den verschiedenen Tagen eingerieben werden, ist nicht willkürlich. Im menschlichen Körper gibt es Lebensströme, die in einer bestimmtem Richtung verlaufen und aus denen der menschliche Körper gebildet wurde. Laut Rudolf Steiner hat diese Strömung die Form des Pentagramms. Dann ist an zwei Tagen Pause. Dadurch entsteht ein Sieben-Tages-Rhythmus, bei dem jeder Körperteil immer am gleichen Wochentag eingerieben wird, am besten um die gleiche Tageszeit. Diese Einreibungen sollten vier Wochen lang durchgeführt werden, da alle Lebenskräfte einen vierwöchigen Rhythmus haben.
Sie wirken wärmend, entspannend, lockernd, besonders wenn abstreichende Einreibungen mit beruhigenden Substanzen wie Lavendel angewendet werden. Soll eine Organfunktion angeregt werden, werden kräftigende Substanzen wie Rosmarin benutzt.
Die rhythmischen Einreibungen wirken sowohl auf der körperlichen als auch auf der seelisch-geistigen Ebene des Behandelten.
Anwendungsmöglichkeiten sind: Einschlafstörungen, Sensibilitätsstörungen (z.B. nach Schlaganfall oder Verletzung), Verkrampfungsschmerzen, Durchblutungsstörungen, Arthrosen, asthmatische Anfälle, Vermeidung von Dekubitus, nach Erschöpfung, Ableitung bei Kopfschmerzen, nach Operationen, und vieles mehr.
Für die Einreibungen werden Salben und Öle benutzt, denen spezielle Pflanzenauszüge beigefügt wurden, um die Heilwirkung zu verstärken.
Die Rhythmischen Einreibungen sind aus der Anthroposophie heraus entstanden.
In einem anthroposophisch orientiertem Pflegedienst werden diese Rhythmischen Einreibungen mit Erfolg bei den Patienten angewendet. Der Patient entscheidet, ob der diese Einreibungen als Hilfe haben will.
© 2006 Gabriele Schöttler Heilpraktikerin
Ohrkerzenbehandlung – Indianisches in der modernen Zeit
Die Magie des Feuers hat die Menschen schon von Anbeginn der Zeiten an fasziniert. Feuer wird schon lange von vielen Völkern benutzt, um Licht, Wärme und verbrennende Kräuter an kranke, schmerzende Organe zu bringen. In einer Zeremonie wird um Heilung gebeten und der behandelte Mensch erlebt eine Erleichterung.
Auch die Ohrkerze findet man bei asiatischen, sibirischen und indianischen Völkern. Alte Felsmalereien zeigen die Verwendung der Ohrkerze bei Einweihungsritualen und Zeremonien. Die Hopi-Indianer, ältester Pueblostamm Nordamerikas mit großer Heilkenntnis und hoher Spiritualität, entwickelten im Laufe der Jahrhunderte ihre eigene Zusammenstellung für die Ohrkerze aus Bienenwachs und Kräutern. Nach deren Rezeptur werden die Ohrkerzen heute bei uns hergestellt.
Die Ohrkerzen duften wunderbar und verbreiten einen angenehmen Geruch im Raum.
Sie sind etwa 22 cm lang und die Brenndauer jeder Ohrkerze beträgt 10-12 Minuten. Sie werden senkrecht auf das Ohr gesetzt, während sich der Kopf (und der Körper) in Seitenlage befinden. Beim Abbrennen erzeugen sie einen leichten Unterdruck. Die durch die Bewegung der Flamme hervorgerufenen Vibrationswellen der Luft wirken wie eine sanfte Trommelfellmassage. Dadurch entsteht ein angenehmes Gefühl der Wärme und ein als befreiend empfundener Druckausgleich im Ohr-, Stirn- und Nebenhöhlenbereich.
Der Behandelte liegt entspannt auf der Seite, zugedeckt mit einer Decke. Die Anwendung erfolgt in Stille und Wärme, in einer entspannten Atmosphäre. Nacheinander werden beide Ohren behandelt. Der Behandler sitzt hinter dem Kopf des Patienten, hält die Ohrkerze und sorgt für Sicherheit. Durch eine Nachruhe von 15-30 Minuten wird die Behandlung unterstützt.
Als Heilpraktikerin kann ich mit der Ohrkerzenbehandlung in Bereiche vordringen, die z.B. mit der Akupunktur nicht zu erreichen sind. In der Tiefe des äußeren Gehörgangs sind nämlich Reflexzonen, die dem lymphatischen Rachenring zugeordnet sind. Durch die Ohrkerzenbehandlung wird dieser Bereich erfasst. Der Einwirkungsbereich geht bis zum Trommelfell und in die Tiefe des Innenohrs. Vom Mittelohr wird eine Verbindung bis zum Rachenraum hergestellt.
Um die Ohrkerzenbehandlung zu intensivieren, mache ich vorher eine Ohrreflexzonenmassage: Die Ohrmuschel besitzt ein großes Netz von Nervenfasern, die bestimmten Organen des Körpers zugeordnet sind. Die Ohrreflexzonenmassage stimuliert den zugehörigen Organbezirk. Gestaute Energien können wieder fließen.
Ich empfehle, sich einer Ohrkerzenbehandlung zu unterziehen, bei Verspannungen besonders im oberen Muskelbereich, wie Nacken, Schultern, bei Kopfschmerzen, die aus diesen Verspannungen kommen sowie bei Tinnitus. Die Behandlung wirkt beruhigend, wirkt also auf Blutdruck und Atemfrequenz. Viele Patienten schlafen während der Behandlung ein. Für eine Ohrkerzenbehandlung sollten sich Patient und Behandler anderthalb Stunden Zeit nehmen.
© 2007 Gabriele Schöttler Heilpraktikerin